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Irene Pusterla und die Sprinter betreten die Olympia-Bühne | 06.08.2012
(Si) Für alle drei liegt die Qualifikation im Bereich des Möglichen - aber ohne Topleistung gibts an Olympischen Spielen keinen Blumentopf zu gewinnen. Die Tessiner Psychologie-Studentin Irene Pusterla (24), Tochter des ehemaligen Schweizer 10,2-Sprinters Fabrizio Pusterla, nimmt mit ihrer Saisonbestweite von 6,66 m nur den 23. Rang unter 32 Starterinnen ein. Wer 6,70 m weit springt oder sich unter die besten 12 einreiht, steht im Final. Dass Pusterla dies drauf hat, zeigt ihr Schweizer Rekord von 6,84 m aus dem letzten Jahr.
"Ich fühle mich wohl im olympischen Dorf und auf den Anlagen, sodass ich hier meine beste Leistung abrufen sollte", sagt Pusterla im Hinblick auf ihren Einsatz am Dienstagabend. "Ich werde jedenfalls alles versuchen, das Maximum aus meinen Möglichkeiten herauszuholen."
Guter erster Versuch ist wichtig
Peter Haas, der Leistungssportchef der Leichtathleten, hat festgestellt, dass die Horizontalsprünge im Olympiastadion nicht auf allerhöchstem Niveau absolviert werden. Gesprungen wurde bisher gegen den Wind, die Anlaufrichtung wurde nicht umgekehrt. "Dadurch gibt es", so Haas, "harte Sprungkonkurrenzen in der Qualifikation. Für Irene wird es wichtig sein, möglichst schon einen guten ersten Versuch zu zeigen, damit sie schnell in den Wettkampf hineinkommt." Schwierige Bedingungen sind im allgemeinen kein Problem für die Athletin von Vigor Ligornetto, und die Absprungbalken im Olympiastadion sind perfekt.
Ihre bisherigen Starts an Grossveranstaltungen verliefen für Pusterla nicht immer nach Wunsch. An der EM 2010 wurde sie von (der in London fehlenden) Carolina Klüft (Sd) nur wegen des schlechteren zweiten Versuchs aus dem Final gedrängt, bei den WM 2011 wurde sie 19. und bei den EM 2012 in Helsinki Siebte mit 6,53 m.
24 Sprinter kommen in die Halbfinals
Auf dem Papier näher am Halbfinal als Pusterla am Final sind die beiden 200-m-Sprinter. Amaru Schenkel ist mit seiner Saisonbestzeit von 20,48 die Nummer 23 unter 55 Startern, Alex Wilson mit 20,52 die Nummer 25. Die besten 24 Konkurrenten, jeweils die ersten drei aller sieben Serien, dazu drei Zeitbeste, stossen in die Halbfinals vor. Wilson startet in der ersten Serie zusammen mit Usain Bolt, Schenkel in der fünften.
"Beide haben das Potenzial für die nächste Runde", sagt Peter Haas. "Am letzten Wettkampf in Weinheim vor zehn Tagen zeigten sie auch, dass sie in Form sind." Laurent Meuwly, der Trainer von Schenkel, denkt an den Schweizer Rekord von 20,41, den Kevin Widmer seit 1995 hält: "Das wäre der nächste Schritt für Schenkel oder Wilson, der Rekord könnte auf dieser schnellen Bahn fallen." Meuwly arbeitete mit Schenkel seit der EM in Helsinki hauptsächlich im mentalen Bereich.
Das Selbstvertrauen ist da
An Selbstbewusstsein fehlt es den schnellsten zwei Schweizern, dem in Togo geborenen Amaru Schenkel und dem auf Jamaika geborenen Alex Wilson, nicht. Der Zürcher Schenkel sagt: "Den Anspruch, in die Halbfinals vorzustossen, stelle ich an mich selbst." Und der Basler Wilson erklärt: "Die Zielsetzung ist hoch. Aber ich bin gut genug, hier in London eine Überraschung zu schaffen."
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