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Irene Pusterla knackt den ältesten Schweizer Rekord von Meta Antenen! | 17.07.2010
Die Straffung des Programms auf eine Finalsession mit 25 Entscheidungen innert drei Stunden zahlte sich aus. Lugano erlebte bei idealen Bedingungen äusserst stimmungsvolle und attraktive Schweizer Meisterschaften mit vielen knappen Entscheidungen und einen Moment für die Schweizer Leichtathletik-Geschichte, erst noch durch eine regionale Athletin erzielt.
Pusterla erfüllte zuerst mit 6,56 m die EM-Limite und sprang anschliessend im fünften Versuch auf 6,76. Der Schweizer Rekord von Meta Antenen, die damals 1971 die EM-Silbermedaille gewann, verbesserte Pusterla völlig überraschend um drei Zentimeter.
„Ich habe gehofft, dass ich diesen Rekord eines Tages brechen kann. Nun ist es schon heute passiert. Das ist wie im Traum“, so Pusterlas erstes Fazit.
Die zweite „grosse“ Leistung gelang Hürdensprinterin Lisa Urech (SK Langnau) ganz zu Beginn des Finalabends. Zum dritten Mal in Folge explodierte Urech an Schweizer Meisterschaften richtiggehend und pulverisierte ihre Bestleistung. Die 12,84 Sekunden bedeuten für die 20-jährige Emmentalerin Rang 6 in der aktuellen europäischen Bestenliste. Urech deklassierte in ihrem entfesselten Lauf ihre Konkurrentinnen förmlich, EM-Teilnehmerin Clélia Reuse (CABV Martigny) wurde in 13,72 Sekunden Zweite, Gaëlle Fumeaux (CA Sion), Trainingskollegin von Lisa Urech, verlor als Dritte bereits über eine Sekunde!
100-m-Titel an Weyermann und Fongué
Die schnellsten Schweizer heissen 2010 Fabienne Weyermann (LV Langenthal) und Rolf Malcolm Fongué (LC Zürich). Beide setzten sich in den erwartet knappen Rennen über die 100 m durch. Die im letzten Jahr in Zürich enttrohnte Serienmeisterin Weyermann holte sich die Sprint-Krone bei idealen Bedingungen in Saisonbestzeit von 11,70 Sekunden vor Jacqueline Gasser (BTV Chur/11,75) und Michelle Cueni (LC Zürich/11,77).
Mit Rolf Malcolm Fongué (LC Zürich) setzte sich der Mann der Stunde über die 100 m durch, war er doch schon in Bern vor einer Woche der schnellste unter den Schweizer Sprintern. Der Zürcher sicherte sich in 10,47 Sekunden seinen ersten Titel vor den beiden für Stade Genève startenden Pascal Mancini (Stade Genève/10,49) und Cédric Nabe (Stade Genève/10,53). Die beiden Romands wussten sich auf den Saisonhöhepunkt wieder zu steigern, während 200-m-Spezialist Marc Schneeberger (TV Länggasse) nach einem schlechten Start nur Platz vier blieb.
Jacqueline Gasser erfolgreichste Medaillensammlerin in Lugano
Die erfolgreichste Medaillensammlerin war in Lugano die 20-jährige Jacqueline Gasser (BTV Chur). Nach Silber über 100 m gewann sie die 200-m-Entscheidung bei zu starkem Rückenwind von 2,8 m/s in ausgezeichneten 23,80 Sekunden. Mitfavoritin Léa Sprunger (COVA Nyon) fiel nach einem Fehlstart frühzeitig aus der Entscheidung. Bei den Männern ging der Sieg über die 200 m an Reto Amaru Schenkel (LC Zürich). Der Schweizer Staffel-Rekordhalter gewann einen Tag nach seinem Fehlstart über die 100 m den ersten Aktiv-Titel der Karriere.
Lundmark und Schmid siegen klar
Beatrice Lundmark (GAB Bellinzona), die im Stadio Cornaredo als PR-Verantwortliche des Luganeser Sportamtes arbeitet, siegte direkt neben „ihrem Büro“ mit übersprungenen 1,85 m souverän. Die Hochspringerin versuchte sich anschliessend (noch) erfolglos an der persönlichen Bestmarke von 1,90 m. „Diese Höhe habe ich mir für die EM in Barcelona aufgespart“, so Lundmarks Kommentar.
Bei der persönlichen Bestleistung von 4,40 m scheiterte auch Anna Katharina Schmid (ST Bern) im Stabhochsprung. Mit guten 4,25 m gewann Schmid die Goldmedaille vor Nicole Büchler (ST Bern), die bei ihrem Comeback 4,00 m übersprang.
Mirco Zwahlen überraschend geschlagen
Eine Überraschung setzte es im 1500-m-Lauf der Männer ab, wo Topfavorit Mirco Zwahlen (LC Regensdorf) auf der Zielgeraden von Raphaël Fuchs (LC Basel) und Fabien Visinand (Lausanne-Sports) überspurtet wurde. Im taktisch gelaufenen Rennen über 800 m setzte sich mit Mario Bächtiger (STV Eschenbach) hingegen der Topfavorit durch. EM-Teilnehmer Christian Belz (ST Bern) siegte über 5000 m sicher.
Im Dreisprung knackte Alexander Hochuli (LC Zürich) erneut mit 16,11 m die 16-m-Marke und verwies damit seinen Trainingskollegen Alexander Martinez (15,49 m) klar auf Platz 2. Im Rennen über 400 m Hürden verteidigte der für Barcelona qualifizierte Fausto Santini (LC Zürich) in 51,48 Sekunden seinen Titel von Zürich vor Michael Pfanner (LV Thun). Kariem Hussein (TV Amriswil), der Überraschungsmann der gestrigen Vorläufe, konnte seinen Exploit vom Vortag nicht ganz wiederholen und wurde Dritter.
Die eigene Schweizer Saisonbestleistung pulverisiert hat Sabrina Altermatt (LV Langenthal). Die frühere Vize-Junioren-Weltmeisterin über die Kurzhürden lief in 57,93 Sekunden klare persönliche Bestzeit über die 400 m Hürden. Auf der Bahnrunde ohne die Hürden verwies Titelverteidigerin Debora Lavagnolo (TV Wohlen) nicht nur die Saisonbeste Martina Naef (LV Wettingen-Baden) auf Platz zwei, sie senkte auch Naefs Saisonbestzeit um eine Hundertstel auf 54,38 Sekunden.
Weitere nationale Saisonbestmarken erzielten Elisabeth Graf (STV Lütisburg/48,74) mit dem Diskus und Hammerwerfer Martin Bingisser (LC Zürich/66,03 m).
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