Was für ein Finish! Was für eine Reaktion auf sein letztes Diamond-League-Rennen in Oslo (13.)! Dominic Lobalu (LC Brühl) trat im Stade Louis II wie verwandelt auf, war in der Spitzengruppe stets präsent und packte auf der Schlussgeraden seinen berüchtigten Endspurt aus.
In 12:52,54 Minuten verpasste der Schweizer Rekordhalter die anvisierte persönliche Bestmarke (12:50,87) zwar knapp. Doch viel wichtiger: Auf der Ziellinie fing er Graham Blanks (USA/12:52,60) noch ab und feierte seinen dritten Sieg in der Diamond League nach Stockholm 2022 und London 2024 (jeweils über 3000 m). Über 5000 m war es gar der erste für Swiss Athletics.
«Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem Rennen – auch mit meinem Kick. Diesen habe ich in den letzten Wochen oft in St. Moritz mit meinem Coach (Markus Hagmann) geübt», freute sich der 27-jährige St. Galler im SRF-Interview ob der Rückkehr seiner alten Stärke. Eine Stärke, die er an den Europameisterschaften in Birmingham (GBR) erneut ausspielen will.
Angelica Moser wieder auf dem Podest
Bereits zwei Diamond-League-Siege auf dem Konto hat Stabhochspringerin Angelica Moser (LC Zürich). Nur zwölf Tage nach ihrem Triumph – samt Bänderverletzung – in Paris katapultierte sich die Europameisterin am Ort ihres Schweizer Rekords (4,88 m) als Dritte mit 4,62 m abermals aufs Podest. Dies trotz eines dick einbandagierten rechten Fusses.
Für die handicapierte Hallen-WM-Bronzegewinnerin ist es bereits die neunte Top-3-Klassierung in der höchsten Meetingserie und das vierte Podest in der aktuellen Saison, was ihre Konstanz unterstreicht. Dennoch haderte Moser: «Es war nicht einfach, der Fuss hat zwar tipptopp mitgemacht, aber ich musste mit dem Wechsel auf die härteren Stäbe mehr kämpfen als erwartet», bekannte die 28-jährige Andelfingerin. «Es war ein Knorz, ich hatte Angst und zögerte – bis zum letzten Versuch auf 4,72 m.» Nun gelte es, das Selbstvertrauen in den nächsten Wettkämpfen wieder aufzubauen.
Gewonnen wurde die Stab-Konkurrenz von Olympiasiegerin Nina Kennedy (AUS), die mit 4,95 m eine Weltjahresbestleistung inklusive Ozeanienrekord aufstellte.
Simon Ehammer lässt Vorsicht walten
Ebenfalls «World Lead» sprang der Grieche Miltiadis Tentoglou, allerdings in der Sandgrube. Mit 8,61 löste er den bisherigen Saisonbesten Simon Ehammer (TV Teufen/8,51 m) ab. Letzterer gab sich kämpferisch in Anbetracht seines ersten Diamond-League-Starts seit dem Finalsieg bei Weltklasse Zürich auf dem Sechseläutenplatz: «Der World Lead ist schön und gut, doch am Schluss zählt die Platzierung an der EM.»
Nach zwei Nullern landete Ehammer bei 8,32 m – Zwischenrang 5. Dabei blieb es, denn der 26-jährige Appenzeller beendete den Wettkampf vorzeitig. «Bei der Landung im dritten Versuch hat der hintere Oberschenkel zugemacht. Deshalb wollten wir auf Nummer sicher gehen und im Hinblick auf die EM nichts riskieren», so der Hallen-Weltrekordhalter im Siebenkampf und Weltjahresbeste im Zehnkampf.
Fabienne Hoenke mit «Rekord-Debüt»
Nach Birmingham will auch 200-m-Spezialistin Fabienne Hoenke (LV Fricktal). Bei ihrer Diamond-League-Premiere bestätigte sie nicht nur die EM-Limite zum wiederholten Mal. Im Sog der blitzschnellen Lucianerin Julien Alfred (21,51) verbesserte sie auf Bahn 2 auch ihren Schweizer U23-Rekord um 9 Hundertstel auf 22,50 Sekunden. «Viel besser hätte mein Debüt in der Diamond League nicht laufen können», strahlte die siebtplatzierte Aargauerin.
200-m-Europameister Timothé Mumenthaler (Stade Genève) war zwar im Fürstentum nicht mit von der Partie. Dafür sprintete er in Wetzlar (GER) bei gerade noch zulässigem Rückenwind von 2,0 m/s in 20,38 Sekunden zu einer nationalen Saisonbestzeit respektive zur fünftbesten Karrierezeit. Genau gleich schnell war der 23-jährige Genfer bei seinem EM-Titel in Rom 2024 gewesen. Wenn das keine guten Vorzeichen auf der weiteren «Road to Birmingham» sind!
Monaco. Diamond League. Männer. 5000 m: 1. Dominic Lobalu (LC Brühl) 12:52,54 (SB). – Weit: 1. Miltiadis Tentoglou (GRE) 8,61 m (WL). Ferner: 5. Simon Ehammer (TV Teufen) 8,32 m.
Frauen. 200 m (RW 0,9 m/s): 1. Julien Alfred (LCA) 21,51 (WL). Ferner: 7. Fabienne Hoenke (LV Fricktal) 22,50 (Schweizer U23-Rekord, vorher Hoenke 22,59). – Stab: 1. Nina Kennedy (AUS) 4,95 m (WL). 2. Amanda Moll (USA) 4,72 m. 3. Emily Grove (USA) und Angelica Moser (LC Zürich) 4,62 m.
Wetzlar (GER). Internationales Meeting. Männer. 200 m. 4. Serie (RW 2,0 m/s): 1. Timothé Mumenthaler (Stade Genève) 20,38 (SB).
Dublin (IRL). Internationales Meeting. Männer. 5000 m: 4. Jonas Raess (LC Regensdorf) 13:17,32. – Frauen. 100 m Hürden (windstill): 3. Selina von Jackowski (LC Zürich) 13,09.


