Was für eine Affiche, was für eine Spannung vor dem 60-m-Final: Mit Léonie Pointet (CA Riviera/7,16), Géraldine Di Tizio-Frey (LK Zug/7,16) und Natacha Kouni (LC Zürich/7,19) hatten in den Halbfinals gleich drei Athletinnen die Limite (7,20) für die Hallen-WM in Torun (POL) erfüllt. Ajla Del Ponte (US Ascona/7,21) hingegen trennte bloss ein Hundertstel von ebendieser. Und auch die Lokalmatadorin und Saisondebütantin Salomé Kora (LC Brühl/7,23) brachte sich vor Heimpublikum noch in den «Mix» um einen der zwei Schweizer Startplätze für die Welttitelkämpfe – eine Woche nach ihrer olympischen Winterpremiere samt Diplom als Bobanschieberin.
Am Schluss war es die Saisonbeste Pointet, die sich nach drei Mal Gold über 200 m erstmals zur Schweizer Meisterin über 60 m kürte. In der persönlichen Bestzeit von 7,11 Sekunden avancierte die Romande hinter Mujinga Kambundji (6,96), Ajla Del Ponte (7,03) und Di Tizio-Frey (7,11) zur viertschnellsten Schweizerin über 60 m.
Doch auch Del Ponte hatte allen Grund zu Freudentränen: In 7,15 Sekunden unterbot sie nicht nur die Limite für Hallen-WM in drei Wochen, sondern rettete einen Hundertstel Vorsprung vor der letztjährigen WM-Starterin Di Tizio-Frey (7,16) ins Ziel. Für Del Ponte schliesst sich ein damit ein Kreis. Vor fünf Jahren startete die leidgeprüfte Tessinerin das letzte Mal an nationalen Indoor-Titelkämpfen – und gewann in Magglingen (ebenfalls in 7,15 Sekunden). Zwei Wochen später sprintete sie just in Torun zum EM-Titel über 60 m…
Annik Kälin fehlen 6 cm zur Hallen-WM-Limite
Nicht ganz an ihre Saisonbestleistung von 6,71 m heran kam die wieder genesene Schweizer Rekordhalterin Annik Kälin (AJ TV Landquart) im Weitsprung. Die Titelverteidigerin landete bei 6,69 m – einen Zentimeter weiter als 2025 auf derselben Anlage.
Die nächste Gelegenheit zur Erfüllung der Hallen-WM-Limite (6,75 m) bietet sich der letztjährigen EM- und WM-Silbergewinnerin am Freitag beim ISTAF Indoor in Berlin. Bereits am Sonntag steht die sechsfache Weitsprung-Hallenmeisterin über 60 m Hürden Einsatz. In dieser Disziplin konnte Kälin 2020 und 2024 den Titel holen. Nun misst sie sich die Mehrkämpferin abermals mit den Spezialistinnen, angeführt von Outdoor-Weltmeisterin und Indoor-Europarekordhalterin Ditaji Kambundji (STB).
Im Zentimeter-Krimi um die weiteren Podestplätze im Weitsprungsand behielten Marina Zanoni (LC Therwil/6,06 m) und Carmen Schaub (LG Oberbaselbiet/BTV Sissach/6,04 m) die Oberhand über Lydia Boll (LC Schaffhausen/6,00 m) und Liana Trümpi (LAV Glarus/5,98 m).
Miryam Mazenauer macht das Dutzend voll
Keine Blösse gab sich Miryam Mazenauer (TV Teufen). Die erste Schweizer WM-Teilnehmerin im Kugelstossen machte ihren zwölften nationalen Titel, den siebten unter dem Hallendach, bereits im ersten Versuch (16,79 m) klar. Unterstützt von ihrer «Fankurve» und im Endkampf auch von Musikbässen, näherte sich die Drehstosstechnikerin im zweiten (16,96 m) und fünften (16,97 m) Umgang der 17-m-Marke. Obwohl sie diese nicht mehr packte, war es Mazenauers beste Siegesweite bei all ihren SM-Titeln (indoor und outdoor).
Gleich um 70 (!) Zentimeter steigerte die erst 19-jährige Stephanie Anyamele (LC Zürich) ihren Hausrekord auf 16,02 m, womit sich die U20-EM-Teilnehmerin Silber verdiente. Bronze ging an «Altmeisterin» Vanessa Fust (LV Langenthal) mit 15,50 m.
Das sind die Medaillengewinnerinnen von Tag 1 der Hallen-SM in St. Gallen:
60 m
1. Léonie Pointet (CA Riviera) 7,12 (SL)
2. Ajla Del Ponte (US Ascona) 7,15
3. Géraldine Di Tizio-Frey (LK Zug) 7,16
Weit
1. Annik Kälin (AJ TV Landquart) 6,69 m
2. Marina Zanoni (LC Therwil) 6,06 m
3. Carmen Schaub (LG Oberbaselbiet/BTV Sissach) 6,04 m
Kugel
1. Miryam Mazenauer (TV Teufen) 16,97 m
2. Stephanie Ayamele (LC Zürich) 16,02 m
3. Vanessa Fust (LV Langenthal) 15,50 m
Link zur Hallen-SM in St. Gallen
Link zur Tageszusammenfassung der Männer


