Der 200-m-Europameister Timothé Mumenthaler (Stade Genève) zeigte im 60-m-Final, welche Fortschritte er über die kürzeste SM-Distanz gemacht hat. In 6,62 Sekunden drückte er seine Bestzeit im Final gleich um 7 Hundertstel.
Erst vier Schweizer sind die 60 Meter bisher schneller gelaufen. Trotzdem war der Genfer nicht wirklich happy mit seinem Rennen: «Ich wollte den Schweizer Rekord (6,58).» Damit hätte er sich auch für die Hallen-WM in in Torun (POL) qualifiziert. Nächsten Freitag nimmt er in Berlin abermals Mass – am Landesrekord und der WM-Limite (6,59).
Deutlich ausgelassener jubelten Ricky Petrucciani (LC Zürich/6,66) und Jonathan Gou Gomez (Lausanne-Sports/6,71) über ihre Bestzeiten, die ihnen Silber respektive Bronze eintrugen. Ebenfalls im Endlauf stand Mario Aeberhard (STV Einsiedeln/7.). Auf dem «Focuswater Hot Seat» hatte der olympische Anschieber im Bobteam Vogt zuvor minutenlang um den Finaleinzug gebibbert – und lieferte den Spruch des Tages: «Ich bin es mir gewohnt, zu warten. Das letzte Mal gab es Olympiabronze (vor sechs Tagen im Viererbob)…»
Simon Ehammer zwei Mal über 8 Meter
Im fünften Versuch war es so weit: Nach 7,99 m im zweiten Durchgang übertraf Simon Ehammer (TV Teufen) die anvisierte 8-m-Barriere. Mit 8,08 m flog der Appenzeller Alleskönner drei Zentimeter weiter als beim nationalen Siebenkampf-Titel in Magglingen Anfang Februar.
Doch Ehammer wäre nicht Hallen-Weltmeister (im Siebenkampf) und Diamond League Champion (im Weitsprung), wenn er sich mit 8,08 m zufrieden gäbe. Mit 8,12 m im sechsten und letzten Versuch knackte der Schweizer Rekordhalter auch seine letztjährigen «AZSG-Rekord» von 8,10 m. Der Formaufbau für Torun stimmt jedenfalls.
Dank der Egalisierung der persönlichen Bestleistung (7,43 m) schnappte sich Nino Portmann (LA Nidwalden) nach Siebenkampf-Silber auch Weitsprung-Silber. Bronze ging an Nicolas Bersier (AC Murten/7,14 m).
Wenig fehlte und Simon Ehammer hätte sich auch seinen Stabhochsprung-Einsatz «vergoldet». Zusammen mit dem Saisonbesten Felix Eichenberger (LV Thun) meisterte der Lokalmatador die 5,20 m und riss erst auf 5,30 m. Wie Eichenberger, der sich aufgrund der geringeren Anzahl Fehlversuche nach dem Freiluft-Titel erstmals auch als Hallenmeister feiern lassen durfte. Ehammer selbst konnte sein Outdoor-Bronze im Stabhochsprung durch Indoor-Silber «upgraden». Am Sonntag setzt er seine Medaillenjagd über 60 m Hürden fort.
Stefan Wieland zum Zwölften
Die Bachelor-Arbeit in Biomedizin diese Woche abgegeben, wurde Stefan Wieland (STB) seiner Favoritenrolle im Kugelring einmal mehr gerecht. Die 19,05 m stimmten den stärkste Mann der Saison zwar nur mässig zufrieden. Aber in Anbetracht der muskulären Beschwerden war der sechste Titel unter dem Hallendach – der zwölfte insgesamt – kein Selbstläufer.
Wielands ärgster Widersacher Jephté Vogel (FSG Alle) kratzte mit 18,77 m wiederholt an der 19-m-Marke. Das «Winterthurer» Duell um Bronze entschied Marco Niederhauser (LV Winterthur) dank PB (17,08 m) vor seinem Klubkollegen Urs Hutmacher (15,84 m).
60 m
1. Timothé Mumenthaler (Stade Genève) 6,62 (SL)
2. Ricky Petrucciani (LC Zürich) 6,66
3. Jonathan Gou Gomez (Lausanne-Sports) 6,71
Stab
1. Felix Eichenberger (LV Thun) 5,20 m
2. Simon Ehammer (TV Teufen) 5,20 m
3. Nicolas Pfrommer (LV Fricktal) 5,00 m
Weit
1. Simon Ehammer (TV Teufen) 8,12 m (SL)
2. Nino Portmann (LA Nidwalden) 7,43 m
3. Nicolas Bersier (AC Murten) 7,14 m
Kugel
1. Stefan Wieland (STB) 19,05 m
2. Jephté Vogel (FSG Alle) 18,77 m
3. Marco Niederhauser (LV Winterthur) 17,08 m
Link zur Hallen-SM in St. Gallen
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